In professionellen (und meistens kommerziellen) Produktionen sind sie unverzichtbar: Make-up Artists (MUAs) und Hairstylisten. Sie sorgen einerseits für den richtigen Look der Modelle, aber vor allem helfen sie dabei, dass schon bei der Produktion möglichst viel Qualität in die Kamera kommt.

Ein gutes Make-up erspart damit viel digitale Retusche, in der dann digital geschminkt wird, Hautunreinheiten weggenommen werden und Schattierungen ins Gesicht gebracht wird. Natürlich ist dies alles digital möglich und deshalb auch sehr beliebt. Für einzelne oder wenige Bilder sicherlich eine gute Lösung, denn eine MUA benötigt für ihre Arbeit Zeit und Geld – was sich viele Fotografen gerne sparen, besonders bei TFP- oder low-budget Projekten.

Wird jedoch eine Serie von Aufnahmen gemacht, sieht die Sache anders aus. Die Zeit, die eine MUA benötigt ist gut investiert, denn danach hat jedes Bild out-of-cam bereits alle Vorteile eines guten Make-up, während man ansonsten jedes Bild digital bearbeiten muss. Die Anzahl von Bildern, die ohne digitale Bearbeitung ein sehr gutes Ergebnis bringen steigt enorm an. Während des Shootings muss dann ggf. nachgeschminkt werden, was jedoch kein Problem ist – denn in der Zeit baue ich als Fotograf ohnehin das Licht für das nächste Set auf.

Was digital wirklich aufwändig und schwierig bleibt, ist das Hairstyling. Denn die Frisur lässt sich digital kaum anpassen. Fliegende Haare wegnehmen ist kein Problem, aber aus einer braven Frisur eine wilde machen ist eine Herausforderung. Andersherum kaum möglich – zumindest mit vertretbarem Aufwand.

Mein Fazit daher: Bei größeren Serien lohnt sich der Einsatz eines oder sogar zwei Spezialisten.

Bei MUAs und Hairstylisten ist mir eine regelmäßige Zusammenarbeit wichtig, denn nicht jede MUA liefert dieselbe Qualität oder kann eine entsprechende Diversität und wenn ich ein Projekt starte möchte ich Sicherheit haben, wie gut mit mir und meinem Style zusammen harmoniert wird. Dazu gehört auch Kommunikation, Zuverlässigkeit, usw.

Um das herauszufinden biete ich immer mal wieder Visa-Days an. Die Idee ist, dass eine Visa vor Ort ist und über den Tag mehrere Modelle zum Shooting erscheinen. Die Models haben den Vorteil eines professionellen Stylings, ich als Fotograf sehe die Arbeit der Visa an mehreren Modells mit verschiedenen Styles und die Visa bekommt ein (kleines) Honorar und ein paar Bilder ihrer Arbeiten als Referenz. Wenn ihre Arbeit überzeugt, wird sie später zum regulären Honorar bei entsprechenden Projekten gebucht.

Eine Win-Win-Win Situation.