Bereits 2009 habe ich erste Gehversuche mit Video gemacht, da meine damalige Kamera schon die Aufzeichnung von bewegten Bildern ermöglicht hat. Immer wieder habe ich mich mit Video beschäftigt, doch meine Skills waren einfach nicht ausreichend für ansprechende Ergebnisse.

Und der Schritt vom (Amateur-) Video zu einem Werk mit Anspruch sind gewaltig. Ein gutes Foto ist bereits mit einigem Aufwand verbunden, aber im Vergleich zu einem Film ist das ein Spaziergang im Park. Die Herausforderung sind einmal technischer Natur. Ein Video, indem sich nichts bewegt macht keinen Sinn. Bewegt sich aber das Model, dann je nach Bewegungsraum auch der Hintergrund und das Licht. Ein statisches Lichtsetup kommt da schnell an seine Grenzen. Das Rohmaterial muss – wie beim Foto auch – entwickelt werden. Das Sortieren und Vorbereiten des Materials dauert aber länger und das ausgesuchte Material muss dann zu einer sinnvollen Montage zusammengebaut werden und aus mehreren Montagen besteht dann ein Clip bzw. Film. Die Kontinuität des Materials ist entscheidend und damit sind wir bei der zweiten Herausforderung: Der Kreativität

Ein Foto wirkt auf den Betrachter und startet idealerweise sein Kopfkino. Das Bild spricht an und er verbindet es mit Erinnerungen oder Fantasien zu etwas, dass durchaus für jeden Betrachter etwas anderes sein kann. Ein Foto – viele verschiedene Interpretationen. Beim Film wird der Betrachter geführt. Er selbst setzt weniger Fantasie ein, dafür muss ihn das Werk kontinuierlich ansprechen und er muss „Lust“ haben zu folgen. Ein Foto kann minutenlang betrachtet werden und wird als ansprechend empfunden – ein Film muss diesen Eindruck ständig neu vermitteln. Hier geht es also um eine gute Story oder Handlung, Wendungen, Stimmungen, die den Betrachter mitnehmen ohne ihm dabei zu viel Fantasie zu nehmen. Es muss spannend bleiben – gerade in Zeiten der YouTube Generation mit einer Aufmerksamkeit von unter 10 Sekunden eine Herausforderung.

Der Schritt in Richtung Bewegtbild ist also ein kreatives Abenteuer und auch ein wirtschaftliches, denn meine Ausrüstung muss sich ebenfalls wandeln. Ich habe mich jedoch nun entschlossen, die Sache professioneller anzugehen. Dazu stelle ich meine Ausrüstung Schritt für Schritt (und Euro für Euro) von Foto auf Video um. Beispielsweise von Blitzlicht auf Dauerlicht, von rein statischen Stativen auf Slider. Die wichtigste Investition für den Start ist jedoch eine neue Kamera, wobei ich versuche die Objektive weiterzuverwenden, denn diese sind ohnehin das teuerste und auch beste Equipment in meinem Bestand, obwohl Vintage-Linsen einen besonderen Look verleihen können.

Quo Vadis? Wird man sehen…